Tarifkompromiss im GaLaBau: Arbeitskampf abgewendet


© IG BAU (Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 04.11.2017
Die bundesweit rund 110 000 Beschäftigten im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLaBau) erhalten ab diesem Monat mehr Geld. Am Freitag einigten sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Arbeitgeberverband Bundesverband des Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau nach schwierigen Verhandlungen auf ein endgültiges Ergebnis.

„Es war kein leichter Weg, dieses Ergebnis zu erreichen. Wir haben jetzt aber einen Kompromiss gefunden, mit denen alle Beteiligten leben können“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. „Wichtig ist insbesondere die Signalwirkung für die Branche. Nicht zuletzt wird der GaLaBau mit dem Abschluss deutlich attraktiver. Im Wettlauf um die besten Köpfe war dieser Schritt überfällig. Deshalb ist es auch gut, dass wir gemeinsam vereinbart haben, eine Sozialpartnervereinbarung für die ‚Zukunft der Branche‘ zu erarbeiten.“

Das Ergebnis sieht insgesamt ein Plus von 5,4 Prozent in zwei Schritten vor. Mit der Novemberabrechnung erhalten die Beschäftigten drei Prozent mehr. Ab Oktober 2018 kommen nochmals 2,4 Prozent oben drauf. Für den Oktober 2017 wird rückwirkend eine Einmalzahlung von 50 Euro fällig. Die unterste Lohngruppe (einfache Tätigkeiten) wurde überproportional angehoben. Ihr Stundenlohn steigt im ersten Schritt von 9,65 Euro auf glatt 10,00 Euro und im zweiten Jahr auf 10,20 Euro.

Insbesondere Auszubildende unter 18 Jahren machen einen Sprung von 90 Euro im Monat, da die Altersunterscheidung wegfällt. Sie werden nunmehr wie alle anderen Auszubildenden vergütet. Das heißt ab November 2017 im ersten Jahr monatlich 800 Euro, im zweiten Jahr 900 Euro und im dritten Ausbildungsjahr 1000 Euro. Ab dem Ausbildungsjahr 2018 beträgt das Plus für den Nachwuchs je Ausbildungsjahr 25 Euro.

BGL und IG BAU starten Projekt GaLa-Q

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) haben bereits Ende 2016 das vom Europäischen Sozialfonds für Deutschland (ESF) kofinanzierte Weiterbildungsprojekt „GaLa-Q – Sozialpartnerschaftliche Qualifizierungsinitiative Garten- und Landschaftsbau“ auf den Weg gebracht.

Nun beginnt mit der offiziellen Auftaktveranstaltung am 13.09.2017 die heiße Projektphase. Alle 75 am Projekt teilnehmenden und interessierten Betriebe sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind eingeladen, bei der Veranstaltung die zukünftigen Weiterbildungsstrukturen der Branche zu diskutieren und mit zu gestalten.

Ziel des gemeinsamen Projekts von BGL und IG BAU ist es, neue, attraktive Weiterbildungsstrukturen für den Garten- und Landschaftsbau zu entwickeln, um eine höhere Weiterbildungsbereitschaft in Betrieben und bei Beschäftigten zu erreichen. Auch die im Garten- und Landschaftsbau tätigen Bildungseinrichtungen sowie alle Interessierte sind eingeladen, sich an der Auftaktveranstaltung zu beteiligen und einzubringen.

Neben Workshops zu Weiterbildungsbedarfen und -strukturen für unterschiedliche Beschäftigtengruppen sind Vorträge zur Kompetenzentwicklung im Garten- und Landschaftsbau sowie zur Sichtweise einer Bildungseinrichtung zum Projekt GaLa-Q geplant.

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, den 13.09.2017 von 14 bis 18 Uhr in der IGA-Markthalle, Blumberger Damm 130, 12685 Berlin (Marzahn-Hellersdorf), Eingang Zinndorfer Straße.

Weitere Informationen sowie ein Programmablauf der Veranstaltung können angefordert werden bei:

Johannes Bömken

BGL Bildungsreferent,

Tel.: 02224-770734

Email: j.boemken(at)galabau.de

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